Sonntagabend, Blogzeit 2230. Zeit, der Welt Rechenschaft über mein Wochenende abzulegen. Oder Euch zumindest erzählen, dass man auch in Singapur ein Wochenende vorwiegend außer Haus verbringen kann.
In dem Fall beginnt es schon Freitagabend mit Brazilian Carnival. Das ist das Motto zur diesjährigen Jahresend-Beachparty (bei uns würde man das gleiche Event mit Weihnachtsfeier übertiteln). Warum schon so früh? Keine Angst, wir arbeiten schon noch ein Weilchen. Aber ob die Banken im Dezember noch was (z.B. Geld) zum Feiern haben, steht in den Sternen.
Schön auch, dass einem die Bank noch den Wohlverhaltensrahmen festlegt. Zunächst heißt es auf der Einladung: "Your presence is requested from 6:30pm till 4:00pm." Damit nur ja keiner auf die Idee kommt, um Mitternacht schon abzureißen. Und dann wird (witzigerweise nur an einen Teil der Mitarbeiter) der Hinweis ausgeschickt, dass es sich dabei um ein Firmenevent handelt und man sich ensprechend würdig verhalten soll. Komasaufen sei hintanzuhalten.
Party bis zum Morgen zieht ein Frühstück am Nachmittag nach sich, von dort ziehe ich ich weiter, um mich vom hiesigen Lift einige Runden mit dem Wakeboard ziehen zu lassen. Oder anders ausgedrückt: Als Anfänger komme ich in 2 Stunden immerhin auf ein paar vollendete Runden. Praktisch noch im Beach-Outfit versuche ich beim Samstagabendausgang wieder mal auf zwei Hochzeiten zu tanzen. Dass ich mit meinen 36 Jahren auch immer noch nicht "Nein" sagen kann!
Heute früh mache ich Bekanntschaft mit der hiesigen katholischen Gemeinde und ihren Erstkommunionkinder. Ist genauso, wie man sich das in der Kolonie vorstellt: Man fährt mit dem Auto vor, man spricht deutsch, man kennt sich, man trifft sich, man feiert.
Den Rest des Tages halten mich zwei Sightseeingaktivitäten der zweiten Reihe (man könnte sagen Fast-Musts) von Singapur von in der Früh weg auf Trab: Ich wandere zuerst durch den botanischen Garten und dann durch gen Jurong Bird Park, wo die Vogelkäfige von Schrankgröße bis Zirkuszeltgröße haben. Letzteres ist nicht nur weniger traurig, sondern auch spannender, wenn einem die Papageien im die Ohren fliegen.
Und weil das noch nicht genug ist, abends noch ein Drinks mit lieben Freunden, die aus Zürich zu Besuch sind. In einer so lauschigen, abgelegenen und menschenleeren Gegend wie der Orchard Road.
Zwischendurch hab ich noch telefoniert und mir den Rat anhören müssen: "Bleib doch einfach mal zuhause und ruh Dich aus. Es ist Wochenende, das ist dazu da." Hm... Ich werde das Gefühl nicht los, meine Freunde kennen mich erstens, sind zweitens clever und drittens ehrlich mit mir. Tatsächlich fühle ich mich jetzt ein bisschen abgekämpft und müde. Die Beine tun mir weh und vom Wakeboarden habe ich Muskelkater. Ganz, wie es nach einem erholsamen Wochenende eben sein soll!
Sonntag, 9. November 2008
Mittwoch, 5. November 2008
Ein Quantum Stil
Stil ist, zur Bond-Premiere im dunklen Anzug und mit schwarzer Krawatte aufzutauchen.
Neugierde ist, das zugehörige Foto bei mir auf Facebook zu suchen.
Neugierde ist, das zugehörige Foto bei mir auf Facebook zu suchen.
Dienstag, 4. November 2008
Wie lang ein Monat ist
Es ist eigentlich unglaublich.
Für unsere Personalabteilung liste ich jedes Monat auf, wieviele Tage ich an den Wochenenden gereist bin und mich folglich nicht in Singapur aufgehalten habe. Dabei habe ich festgestellt, dass ich jetzt vier Wochenenden hintereinander unterwegs war. Melaka und Tioman scheinen mir Ewigkeiten aus zu sein, aber das war alles im Oktober! Ich kann es kaum glauben! Aber andererseits, ich unternehme ja fast jeden Tag etwas, da kriegt man so einiges unter in einem Monat...
Heute zum Beispiel gehe ich nach der Arbeit auf Night Safari, einen Zoo, der auf den Besuch bei Dunkelheit optimiert ist. Sensationell!
Für unsere Personalabteilung liste ich jedes Monat auf, wieviele Tage ich an den Wochenenden gereist bin und mich folglich nicht in Singapur aufgehalten habe. Dabei habe ich festgestellt, dass ich jetzt vier Wochenenden hintereinander unterwegs war. Melaka und Tioman scheinen mir Ewigkeiten aus zu sein, aber das war alles im Oktober! Ich kann es kaum glauben! Aber andererseits, ich unternehme ja fast jeden Tag etwas, da kriegt man so einiges unter in einem Monat...
Heute zum Beispiel gehe ich nach der Arbeit auf Night Safari, einen Zoo, der auf den Besuch bei Dunkelheit optimiert ist. Sensationell!
Montag, 3. November 2008
Wie ist Singapur?
Immer wieder werde ich gefragt: Wie ist Singapur? Und immer wieder schlagen mir Mutigkeitsbekundungen darob entgegen, dass ich einfach in so ein exotisches Land ziehe. Völlig unverdient. Ich fühle mich bemüßigt, mit einigen Meinungen aufzuräumen und einige andere kundzutun.
Also, Singapur ist eine ganz normale westliche Stadt, in der die Leute Englisch sprechen oder das zumindest fließend tun können. Nur dass die meisten Leute halt chinesisch, malay oder indisch aussehen. Oder britisch.
Dass sich die Leute vorwiegend auswärts ernähren, und daher an jeder Ecke eine Halle mit Imbissbuden steht, dass aber natürlich um 2 Euro kein Filetsteak erwartet werden darf, aber durchaus Reis mit ein paar Fleischstücken, oder ein Pot Fischsuppe mit Nudeln. Allerdings ist die Papierserviette selbst beizubringen.
Die Einkommens- und Klassenunterschiede sind viel deutlicher, und Pensionsversicherung gibt es keine. Unsere Putzfrau etwa ist so gebrechlich, dass sie sich beim an ihrem Wagerl anhalten muss wie bei uns die Leute mit Gehhilfe im Altersheim. Die alten Leute arbeiten auch als Tischabräumer in den Essenshallen, wenn sie keine Kinder haben, die für sie aufkommen. Bettler sind keine sichtbar.
Eigentumswohnungen können Private vom Staat zu günstigen Konditionen erwerben. Aber nur als Paar, wenn man auch ordentlich verheiratet ist. Oder mit 35, weil da besteht sowieso nur mehr wenig Hoffnung, diesen Zustand noch zu erreichen. (Ich zieh deshalb hier auch wieder weg.) Bis dahin wohnt man bei den Eltern oder zahlt entsprechende Preise auf dem privaten Markt. Die Wohnungen sind meist mit Zimmer für die Maid ausgestattet, die sich viele um 200€ pro Monat leisten. Das Zimmer hat die Größe eines Abstellraums und Bad/WC für die Maid sind rudimentär. Wer eine Wohnung im Umkreis seiner Eltern kauft, kriegt noch mal kräftig Rabatt. Denn wenn die Großeltern die Kinder betreuen und die Eltern die Großeltern, spart der Staat eine Menge Geld. Was er nicht hat, weil die Steuern extrem niedrig sind, selbst aus Schweizer Sicht.
Singapur besitzt einen der größten Frachthäfen der Welt, auf den ich von meinem Arbeitsplatz blicke, wenn mir fad ist. Der Schiffsverkehr ist auch von der vorgelagerten Insel Sentosa zu beobachten, die zwar ein bisschen Disneyworld-künstlich rüberkommt, aber ein paar mega-coole Strandbars aufweist, gegen die selbst die Chilligkeit der Badis in Züri verblasst.
Die Zeitrechnung ist westlich, wir schreiben das Jahr 2008, das Wochenende fällt hier auf Sa/So. Die Shopping Center sind auch da offen, weil viele Singapurer sonst nicht wissen würden, woraus sie ihren Lebenssinn am Wochenende sonst ziehen sollen. Feiertage sind chinesisch (Neujahr), christlich (Weihnachten), muslimisch (Hari Raya Puasa), buddhistisch (Vesak Day), hinduistisch (Deepavali), sozialistisch (1. Mai) oder national (9. August).
Die Stadt ist bekannt für ihre Sauberkeit, die meisten WCs sind zum Sitzen, alle mit Toilettenpapier, Ausstattung mit Klobürste unüblich. Der öffentliche Verkehr funktioniert. Und in der Stoßzeit gibt es anderswo auch Stau. Obwohl die Anzahl der Autos, sowie die Fahrten durch die Innenstadt mit extremen finanziellen Belastungen in Zaum gehalten werden.
Klar, das Demokratieverständnis ist hier ein anderes. Im Zuge der Liberalisierung von Zeitung und Rundfunk wurde je eine zweite Lizenz vergeben: Die staatliche Zeitung hat jetzt die zweite Fernsehfrequenz inne und die staatliche Zeitung die zweite Zeitungslizenz.
Und wenn den Fonds mit den ganzen Staatsbeteiligungen die Ehefrau des Premierministers managt, der seinerseits Sohn seines Vorgängers ist, sagt hier auch keiner was. Ist auch nicht empfehlenswert. Ein Reuters-Journalist, der das auf- und angegriffen hat, wurde wegen Verleumdung angeklagt, und solche Prozesse hat noch nie der Staat verloren...
Also, Singapur ist eine ganz normale westliche Stadt, in der die Leute Englisch sprechen oder das zumindest fließend tun können. Nur dass die meisten Leute halt chinesisch, malay oder indisch aussehen. Oder britisch.
Dass sich die Leute vorwiegend auswärts ernähren, und daher an jeder Ecke eine Halle mit Imbissbuden steht, dass aber natürlich um 2 Euro kein Filetsteak erwartet werden darf, aber durchaus Reis mit ein paar Fleischstücken, oder ein Pot Fischsuppe mit Nudeln. Allerdings ist die Papierserviette selbst beizubringen.
Die Einkommens- und Klassenunterschiede sind viel deutlicher, und Pensionsversicherung gibt es keine. Unsere Putzfrau etwa ist so gebrechlich, dass sie sich beim an ihrem Wagerl anhalten muss wie bei uns die Leute mit Gehhilfe im Altersheim. Die alten Leute arbeiten auch als Tischabräumer in den Essenshallen, wenn sie keine Kinder haben, die für sie aufkommen. Bettler sind keine sichtbar.
Eigentumswohnungen können Private vom Staat zu günstigen Konditionen erwerben. Aber nur als Paar, wenn man auch ordentlich verheiratet ist. Oder mit 35, weil da besteht sowieso nur mehr wenig Hoffnung, diesen Zustand noch zu erreichen. (Ich zieh deshalb hier auch wieder weg.) Bis dahin wohnt man bei den Eltern oder zahlt entsprechende Preise auf dem privaten Markt. Die Wohnungen sind meist mit Zimmer für die Maid ausgestattet, die sich viele um 200€ pro Monat leisten. Das Zimmer hat die Größe eines Abstellraums und Bad/WC für die Maid sind rudimentär. Wer eine Wohnung im Umkreis seiner Eltern kauft, kriegt noch mal kräftig Rabatt. Denn wenn die Großeltern die Kinder betreuen und die Eltern die Großeltern, spart der Staat eine Menge Geld. Was er nicht hat, weil die Steuern extrem niedrig sind, selbst aus Schweizer Sicht.
Singapur besitzt einen der größten Frachthäfen der Welt, auf den ich von meinem Arbeitsplatz blicke, wenn mir fad ist. Der Schiffsverkehr ist auch von der vorgelagerten Insel Sentosa zu beobachten, die zwar ein bisschen Disneyworld-künstlich rüberkommt, aber ein paar mega-coole Strandbars aufweist, gegen die selbst die Chilligkeit der Badis in Züri verblasst.
Die Zeitrechnung ist westlich, wir schreiben das Jahr 2008, das Wochenende fällt hier auf Sa/So. Die Shopping Center sind auch da offen, weil viele Singapurer sonst nicht wissen würden, woraus sie ihren Lebenssinn am Wochenende sonst ziehen sollen. Feiertage sind chinesisch (Neujahr), christlich (Weihnachten), muslimisch (Hari Raya Puasa), buddhistisch (Vesak Day), hinduistisch (Deepavali), sozialistisch (1. Mai) oder national (9. August).
Die Stadt ist bekannt für ihre Sauberkeit, die meisten WCs sind zum Sitzen, alle mit Toilettenpapier, Ausstattung mit Klobürste unüblich. Der öffentliche Verkehr funktioniert. Und in der Stoßzeit gibt es anderswo auch Stau. Obwohl die Anzahl der Autos, sowie die Fahrten durch die Innenstadt mit extremen finanziellen Belastungen in Zaum gehalten werden.
Klar, das Demokratieverständnis ist hier ein anderes. Im Zuge der Liberalisierung von Zeitung und Rundfunk wurde je eine zweite Lizenz vergeben: Die staatliche Zeitung hat jetzt die zweite Fernsehfrequenz inne und die staatliche Zeitung die zweite Zeitungslizenz.
Und wenn den Fonds mit den ganzen Staatsbeteiligungen die Ehefrau des Premierministers managt, der seinerseits Sohn seines Vorgängers ist, sagt hier auch keiner was. Ist auch nicht empfehlenswert. Ein Reuters-Journalist, der das auf- und angegriffen hat, wurde wegen Verleumdung angeklagt, und solche Prozesse hat noch nie der Staat verloren...
Donnerstag, 30. Oktober 2008
Es gibt keine Zufälle.
Auf dem Weg zum Swiss Club bin ich gespannt, was Folke Tegethoff in Singapur zum Thema "Zuhören" zu erzählen hat.
Nach dem Vortrag setzt man sich zum Abendessen, ich nehme den nächstbesten freien Platz ein und nenne meiner Nachbarin meinen Namen. Diese schaut mich an und meint: "Ja, und Du bist in Salzburg in die Schule x und in die Tanzschule y gegangen, wo wir uns auch kennengelernt haben." Ich brauche ein paar Sekunden, dann kann ich das Gesicht auch zuordnen und den Namen obendrauf.
Zufälle wollen in mein Weltbild ja nicht so recht passen. Und wie es dann eben dieser Zufall oder sonst jemand haben will, setzt sich in dem Moment Folke Tegethoff zu meiner Rechten und legt mir auch gleich sein neuestes Buch zu diesem Thema ans Herz. Ich bin nur beschränkt daran interessiert, ihm die erwartete Aufmerksamkeit zu schenken, sondern natürlich stattdessen vielmehr neugierig darauf, was sich denn im Leben meiner Tanzpartnerin in den letzten zwanzig Jahren getan hat!
Nach dem Vortrag setzt man sich zum Abendessen, ich nehme den nächstbesten freien Platz ein und nenne meiner Nachbarin meinen Namen. Diese schaut mich an und meint: "Ja, und Du bist in Salzburg in die Schule x und in die Tanzschule y gegangen, wo wir uns auch kennengelernt haben." Ich brauche ein paar Sekunden, dann kann ich das Gesicht auch zuordnen und den Namen obendrauf.
Zufälle wollen in mein Weltbild ja nicht so recht passen. Und wie es dann eben dieser Zufall oder sonst jemand haben will, setzt sich in dem Moment Folke Tegethoff zu meiner Rechten und legt mir auch gleich sein neuestes Buch zu diesem Thema ans Herz. Ich bin nur beschränkt daran interessiert, ihm die erwartete Aufmerksamkeit zu schenken, sondern natürlich stattdessen vielmehr neugierig darauf, was sich denn im Leben meiner Tanzpartnerin in den letzten zwanzig Jahren getan hat!
Sonntag, 26. Oktober 2008
Wann hast Du zuletzt einen Baumstamm überholt?
Da flieg ich also um die viertel Welt gen Osten, setz mich dort nochmal in den Flieger, hör mir dabei noch vor den Sicherheitseinführung eine Koransure an, flitze auf einem echten Speed (!) Boat von Bandar Seri Begawan durch soviel Abzweigungen des mangrovenwaldgesäumten Flussdeltas, dass ich Angst habe, wir finden hier nie wieder raus, bis in die nächste Provinzhauptstadt, von dort weiter per Minivan und Longtail Boat, die letzte halbe Stunde zu Fuß, um im strömenden Regen ein 30m hohes Baugerüst zu erklimmen, das mich als "Canopy Walk" durch und über die Baumkronen des Regenwalds von Borneo führt. Verrückt? Cool!
Unsere Longtail Boats sind flußaufwärts schon tüchtig, im Hochwasser und Treibholz führenden Tembourong River kriegen wir einen Affenzahn drauf. (Im übertragenen Sinne. Auch wenn wir hier im Urwald sind, spucken uns die einheimischen Orang Utans hier nicht das Ergebnis ihrer letzten Schlägerei nach...) Und im ernst: Wann hast DU zuletzt einen Baumstamm überholt?
Wir sind nur drei Gäste auf dieser Tour. Brunei ist zu teuer, um bei den Bagpackern auf dem ausgetreteten Pfad zu liegen. Stattdessen begleiten mich zwei einheimische Burschen, die am Wochenende was erleben wollen. Ich werde aus denen nicht schlau, kommen in den angesagtesten Klamotten und mit tollem Handy daher, sie arbeiten nix und erzählen ziemlich genau ebensowenig von sich. Dafür rede ich ausgiebig mit dem Guide. Ich hab das Gefühl, das ist ein großartiger Mensch, bescheiden, tough, ein Menschenfreund. Ich mag ihn auf Anhieb. Wie das so ist bei mir mit Zwillingen.
Übrigens, bei Bandar Seri Begawan handelt es sich um die Hauptstadt des Sultanats Brunei, eines Kleinstaats auf der Insel Borneo. Learn something useless every day, wie mir einstens L. beigebracht hat.
Unsere Longtail Boats sind flußaufwärts schon tüchtig, im Hochwasser und Treibholz führenden Tembourong River kriegen wir einen Affenzahn drauf. (Im übertragenen Sinne. Auch wenn wir hier im Urwald sind, spucken uns die einheimischen Orang Utans hier nicht das Ergebnis ihrer letzten Schlägerei nach...) Und im ernst: Wann hast DU zuletzt einen Baumstamm überholt?
Wir sind nur drei Gäste auf dieser Tour. Brunei ist zu teuer, um bei den Bagpackern auf dem ausgetreteten Pfad zu liegen. Stattdessen begleiten mich zwei einheimische Burschen, die am Wochenende was erleben wollen. Ich werde aus denen nicht schlau, kommen in den angesagtesten Klamotten und mit tollem Handy daher, sie arbeiten nix und erzählen ziemlich genau ebensowenig von sich. Dafür rede ich ausgiebig mit dem Guide. Ich hab das Gefühl, das ist ein großartiger Mensch, bescheiden, tough, ein Menschenfreund. Ich mag ihn auf Anhieb. Wie das so ist bei mir mit Zwillingen.
Übrigens, bei Bandar Seri Begawan handelt es sich um die Hauptstadt des Sultanats Brunei, eines Kleinstaats auf der Insel Borneo. Learn something useless every day, wie mir einstens L. beigebracht hat.
Freitag, 24. Oktober 2008
Leben in den Dreißigern
Dass ich nichts dagegen hätte, nochmal 10 Jahre jünger zu sein, ist weiter kein Geheimnis. Es gibt aber doch eine Reihe von Annehmlichkeiten des Lebens in den Dreißigern, die ich keineswegs missen möchte.
Eine davon wird mir heute bewusst: Es ist jenes Alter, in dem die kindliche Neugier noch ausgeprägt genug ist, z.B. auf dem Empfang zum Nationalfeiertag von der österreichischen Botschaft in Singapur zur erscheinen, und gleichzeitig der Erfahrungsrucksack vielfältig genug, um sich dort auch sicher zu bewegen zu können: Alleine aufzukreuzen, ein paar nette Leute kennenzulernen, ein paar Visitenkarten zu verteilen, ein paar interessante Gespräche zu führen, vom Scherzchen über die Finanzkrise hier über ein Stadtportrait von Shanghai dort bis hin zu den neusten Entwicklungen der Gesundheitssysteme Südostasiens; dem Botschafter die Hand schütteln, in zwei Sonntagsreden nicht nur zu erfahren, wie toll sich die Zusammenarbeit der ach so ähnlichen (?!) Länder Österreich und Singapur denn nicht gestaltet sondern auch, dass ich den Auftritt der Wiener Sängerknaben in Singapur ebenso verpasst habe wie die 2000 zuvor in Österreich; und das Ganze mit Schweinsbraten, Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat und Powidltatschgerln abzurunden.
Mein erster Text mit Strichpunkt seit langem.
Eine davon wird mir heute bewusst: Es ist jenes Alter, in dem die kindliche Neugier noch ausgeprägt genug ist, z.B. auf dem Empfang zum Nationalfeiertag von der österreichischen Botschaft in Singapur zur erscheinen, und gleichzeitig der Erfahrungsrucksack vielfältig genug, um sich dort auch sicher zu bewegen zu können: Alleine aufzukreuzen, ein paar nette Leute kennenzulernen, ein paar Visitenkarten zu verteilen, ein paar interessante Gespräche zu führen, vom Scherzchen über die Finanzkrise hier über ein Stadtportrait von Shanghai dort bis hin zu den neusten Entwicklungen der Gesundheitssysteme Südostasiens; dem Botschafter die Hand schütteln, in zwei Sonntagsreden nicht nur zu erfahren, wie toll sich die Zusammenarbeit der ach so ähnlichen (?!) Länder Österreich und Singapur denn nicht gestaltet sondern auch, dass ich den Auftritt der Wiener Sängerknaben in Singapur ebenso verpasst habe wie die 2000 zuvor in Österreich; und das Ganze mit Schweinsbraten, Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat und Powidltatschgerln abzurunden.
Mein erster Text mit Strichpunkt seit langem.
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