Also wenn ich schon in der Gegend bin, will ich doch das Leben am und im Meer auskosten. Und da sich das Meer in Sinagpur dazu nur beschränkt eignet, habe ich die Similan-Islands vor Khao Lak in Thailand für einen dreitägigen Tauchausflug auserkoren. Bzw. wie vieles in meinem Leben hat es sich bestens gefügt, bevor ich groß aktiv geworden bin, ich musste quasi nur noch abnicken.
Es gehört meines Erachtens übrigens zu den zentralen Aufgaben im Leben: Die Balance finden zwischen "aktiv sein Leben planen und gestalten" einerseits und "die Blumen pflücken, die man am Wegrand grad findet" andererseits. Das erste verbrät möglicherweise zu viel Energie, das zweite birgt die Gefahr, dass einen das Leben von sich selbst wegtreibt. Philosophische Klammer geschlossen.
Jedenfalls finde ich mich an Bord der Nangnuan wieder, die klein, einfach und familiär ist, dafür ein bischen mehr schaukelt als ihre großen Schwestern. Jedenfalls wechselt sich das Leben ober Wasser, das vorwiegend aus Schlafen und Essen besteht, mit jenem unter Wasser ab, das mich jedes Mal aufs Neue beeindruckt: Die Vielfalt an Landschaften und Fischen ist unbeschreiblich! Und dabei handelt es sich ja bei dem, was man als Anfänger sieht, nur um die augenfälligsten Bewohner.
Jedenfalls bin ich neugierig, den Fischen auch Namen zu geben, und zwar nicht Hansi und Fritzi, und auch nicht meine Eigenkreationen, sondern die richtigen, wie sie Adam, Linné & Co eben vorgesehen haben, und wie sie im Buche verzeichnet sind. Jenem Bestimmungsbuche, genauer gesagt, das unsere Guides mit an Board haben. Mein Liebling ist ja der Imperator-Kaiserfisch. Obwohl der Gelbklingen-Nasendoktorfisch ihn fast an Eleganz noch übertrifft. Oder toppt gar der Halfterfisch sie alle?
Wer mich kennt und schmunzelt, dass ich mich wieder mal sofort ans Bestimmen und Kategorisieren mache, dem sei verraten, dass ich eben doch die Gene eines Biologielehrers habe...
Montag, 24. November 2008
Mittwoch, 19. November 2008
I love you!
Mein Schreibtischnachbar ist Österreicher. Eh klar.
Beim Mittagessen lerne ich heute seine Frau und seine dreijährige Tochter kennen. Der blonde süße Zwerg sitzt mir gegenüber, strahlt mich an, und der erste Satz bricht spontan aus ihm raus: "I love you!"
Dieser ausgeprägte Urinstinkt der uneingeschränkten Zuneigung mir gegenüber bildet sich mit den Jahren bei manchen Zeitgenossinnen etwas zurück. Das ist erstens völlig unverständlich und zweitens schade.
Beim Mittagessen lerne ich heute seine Frau und seine dreijährige Tochter kennen. Der blonde süße Zwerg sitzt mir gegenüber, strahlt mich an, und der erste Satz bricht spontan aus ihm raus: "I love you!"
Dieser ausgeprägte Urinstinkt der uneingeschränkten Zuneigung mir gegenüber bildet sich mit den Jahren bei manchen Zeitgenossinnen etwas zurück. Das ist erstens völlig unverständlich und zweitens schade.
Dienstag, 18. November 2008
o.k. lah, heast!
Inzwischen kann ich eine Handvoll chinesische Schriftzeichen. Besonders einfach: lah. Sieht in etwa aus wie ein gedrucketer 3er. Diese Silbe wird im Singlish (dem Englisch der chinesisch-stämmigen Singerpurer) zur emotionalen Unterstreichung an das eben Gesagte angehängt und gilt im Allgemeinen als unübersetztbar. Nur im Wienerischen gibt es eine exakte Entsprechung: Heast.
o.k. lah? That doesn't make sense lah.
o.k. lah? That doesn't make sense lah.
Sonntag, 16. November 2008
Zu Besuch im Stau
Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung: Ich besuche eine liebe Cousine, die mit ihrer Familie in Jakarta lebt.
Viele von den dortigen Sehenswürdigkeiten sind eigentlich mehr Sehenwürdichkeiten, also touristische Attraktionen, die ich wohl sehen würde, wenn ich nicht im Verkehrsstau steckte. Stattdessen sehe ich mein erstes live Rugby Match. Und die Ausstellungseröffnung zweier austrochinesischer (sinoösterreichischer?) Künstler. Mit balinesischen Tänzerinnen. Und wieder mal mit einem österreichischen Botschafter, dem man die Hand schütteln darf. Und einer Galeristin, deren Kleid soweit rauf geschlitzt ist, dass es eindeutig vom brandneuen Kleidungszüchtigkkeitsgesetz betroffen ist. Ähnlich wenig Genierer hat ihre hübsche Mitarbeiterin, die mich nach ein paar Sätzen bereits nach Familienstand, Visitenkarte und Telefonnummer fragt. Aber den Abend widmen meine Gastgeber und ich einer super-gemütlichen Partie "Siedler von Catan".
Die Heimreise gestaltet sich schwierig. 10 Min. vor Abflugzeit steht noch immer kein Flieger am Gate. Dafür werden jetzt die Business-Class Passagiere zum Schalter gebeten. Ich schmuggle mich dazu, lausche und erfahre, dass der Flieger noch mit technischen Problemen in Singapur steht und der Flug Jakarta-Sinagpur-Frankfurt gecancelt ist. Ich habe Glück und bin auf der Lister der umgebuchten Passagiere und bin nach 4 Stunden Wartezeit schon um 2 Uhr früh zuhause...
Viele von den dortigen Sehenswürdigkeiten sind eigentlich mehr Sehenwürdichkeiten, also touristische Attraktionen, die ich wohl sehen würde, wenn ich nicht im Verkehrsstau steckte. Stattdessen sehe ich mein erstes live Rugby Match. Und die Ausstellungseröffnung zweier austrochinesischer (sinoösterreichischer?) Künstler. Mit balinesischen Tänzerinnen. Und wieder mal mit einem österreichischen Botschafter, dem man die Hand schütteln darf. Und einer Galeristin, deren Kleid soweit rauf geschlitzt ist, dass es eindeutig vom brandneuen Kleidungszüchtigkkeitsgesetz betroffen ist. Ähnlich wenig Genierer hat ihre hübsche Mitarbeiterin, die mich nach ein paar Sätzen bereits nach Familienstand, Visitenkarte und Telefonnummer fragt. Aber den Abend widmen meine Gastgeber und ich einer super-gemütlichen Partie "Siedler von Catan".
Die Heimreise gestaltet sich schwierig. 10 Min. vor Abflugzeit steht noch immer kein Flieger am Gate. Dafür werden jetzt die Business-Class Passagiere zum Schalter gebeten. Ich schmuggle mich dazu, lausche und erfahre, dass der Flieger noch mit technischen Problemen in Singapur steht und der Flug Jakarta-Sinagpur-Frankfurt gecancelt ist. Ich habe Glück und bin auf der Lister der umgebuchten Passagiere und bin nach 4 Stunden Wartezeit schon um 2 Uhr früh zuhause...
Sonntag, 9. November 2008
Bleib doch zuhause!
Sonntagabend, Blogzeit 2230. Zeit, der Welt Rechenschaft über mein Wochenende abzulegen. Oder Euch zumindest erzählen, dass man auch in Singapur ein Wochenende vorwiegend außer Haus verbringen kann.
In dem Fall beginnt es schon Freitagabend mit Brazilian Carnival. Das ist das Motto zur diesjährigen Jahresend-Beachparty (bei uns würde man das gleiche Event mit Weihnachtsfeier übertiteln). Warum schon so früh? Keine Angst, wir arbeiten schon noch ein Weilchen. Aber ob die Banken im Dezember noch was (z.B. Geld) zum Feiern haben, steht in den Sternen.
Schön auch, dass einem die Bank noch den Wohlverhaltensrahmen festlegt. Zunächst heißt es auf der Einladung: "Your presence is requested from 6:30pm till 4:00pm." Damit nur ja keiner auf die Idee kommt, um Mitternacht schon abzureißen. Und dann wird (witzigerweise nur an einen Teil der Mitarbeiter) der Hinweis ausgeschickt, dass es sich dabei um ein Firmenevent handelt und man sich ensprechend würdig verhalten soll. Komasaufen sei hintanzuhalten.
Party bis zum Morgen zieht ein Frühstück am Nachmittag nach sich, von dort ziehe ich ich weiter, um mich vom hiesigen Lift einige Runden mit dem Wakeboard ziehen zu lassen. Oder anders ausgedrückt: Als Anfänger komme ich in 2 Stunden immerhin auf ein paar vollendete Runden. Praktisch noch im Beach-Outfit versuche ich beim Samstagabendausgang wieder mal auf zwei Hochzeiten zu tanzen. Dass ich mit meinen 36 Jahren auch immer noch nicht "Nein" sagen kann!
Heute früh mache ich Bekanntschaft mit der hiesigen katholischen Gemeinde und ihren Erstkommunionkinder. Ist genauso, wie man sich das in der Kolonie vorstellt: Man fährt mit dem Auto vor, man spricht deutsch, man kennt sich, man trifft sich, man feiert.
Den Rest des Tages halten mich zwei Sightseeingaktivitäten der zweiten Reihe (man könnte sagen Fast-Musts) von Singapur von in der Früh weg auf Trab: Ich wandere zuerst durch den botanischen Garten und dann durch gen Jurong Bird Park, wo die Vogelkäfige von Schrankgröße bis Zirkuszeltgröße haben. Letzteres ist nicht nur weniger traurig, sondern auch spannender, wenn einem die Papageien im die Ohren fliegen.
Und weil das noch nicht genug ist, abends noch ein Drinks mit lieben Freunden, die aus Zürich zu Besuch sind. In einer so lauschigen, abgelegenen und menschenleeren Gegend wie der Orchard Road.
Zwischendurch hab ich noch telefoniert und mir den Rat anhören müssen: "Bleib doch einfach mal zuhause und ruh Dich aus. Es ist Wochenende, das ist dazu da." Hm... Ich werde das Gefühl nicht los, meine Freunde kennen mich erstens, sind zweitens clever und drittens ehrlich mit mir. Tatsächlich fühle ich mich jetzt ein bisschen abgekämpft und müde. Die Beine tun mir weh und vom Wakeboarden habe ich Muskelkater. Ganz, wie es nach einem erholsamen Wochenende eben sein soll!
In dem Fall beginnt es schon Freitagabend mit Brazilian Carnival. Das ist das Motto zur diesjährigen Jahresend-Beachparty (bei uns würde man das gleiche Event mit Weihnachtsfeier übertiteln). Warum schon so früh? Keine Angst, wir arbeiten schon noch ein Weilchen. Aber ob die Banken im Dezember noch was (z.B. Geld) zum Feiern haben, steht in den Sternen.
Schön auch, dass einem die Bank noch den Wohlverhaltensrahmen festlegt. Zunächst heißt es auf der Einladung: "Your presence is requested from 6:30pm till 4:00pm." Damit nur ja keiner auf die Idee kommt, um Mitternacht schon abzureißen. Und dann wird (witzigerweise nur an einen Teil der Mitarbeiter) der Hinweis ausgeschickt, dass es sich dabei um ein Firmenevent handelt und man sich ensprechend würdig verhalten soll. Komasaufen sei hintanzuhalten.
Party bis zum Morgen zieht ein Frühstück am Nachmittag nach sich, von dort ziehe ich ich weiter, um mich vom hiesigen Lift einige Runden mit dem Wakeboard ziehen zu lassen. Oder anders ausgedrückt: Als Anfänger komme ich in 2 Stunden immerhin auf ein paar vollendete Runden. Praktisch noch im Beach-Outfit versuche ich beim Samstagabendausgang wieder mal auf zwei Hochzeiten zu tanzen. Dass ich mit meinen 36 Jahren auch immer noch nicht "Nein" sagen kann!
Heute früh mache ich Bekanntschaft mit der hiesigen katholischen Gemeinde und ihren Erstkommunionkinder. Ist genauso, wie man sich das in der Kolonie vorstellt: Man fährt mit dem Auto vor, man spricht deutsch, man kennt sich, man trifft sich, man feiert.
Den Rest des Tages halten mich zwei Sightseeingaktivitäten der zweiten Reihe (man könnte sagen Fast-Musts) von Singapur von in der Früh weg auf Trab: Ich wandere zuerst durch den botanischen Garten und dann durch gen Jurong Bird Park, wo die Vogelkäfige von Schrankgröße bis Zirkuszeltgröße haben. Letzteres ist nicht nur weniger traurig, sondern auch spannender, wenn einem die Papageien im die Ohren fliegen.
Und weil das noch nicht genug ist, abends noch ein Drinks mit lieben Freunden, die aus Zürich zu Besuch sind. In einer so lauschigen, abgelegenen und menschenleeren Gegend wie der Orchard Road.
Zwischendurch hab ich noch telefoniert und mir den Rat anhören müssen: "Bleib doch einfach mal zuhause und ruh Dich aus. Es ist Wochenende, das ist dazu da." Hm... Ich werde das Gefühl nicht los, meine Freunde kennen mich erstens, sind zweitens clever und drittens ehrlich mit mir. Tatsächlich fühle ich mich jetzt ein bisschen abgekämpft und müde. Die Beine tun mir weh und vom Wakeboarden habe ich Muskelkater. Ganz, wie es nach einem erholsamen Wochenende eben sein soll!
Mittwoch, 5. November 2008
Ein Quantum Stil
Stil ist, zur Bond-Premiere im dunklen Anzug und mit schwarzer Krawatte aufzutauchen.
Neugierde ist, das zugehörige Foto bei mir auf Facebook zu suchen.
Neugierde ist, das zugehörige Foto bei mir auf Facebook zu suchen.
Dienstag, 4. November 2008
Wie lang ein Monat ist
Es ist eigentlich unglaublich.
Für unsere Personalabteilung liste ich jedes Monat auf, wieviele Tage ich an den Wochenenden gereist bin und mich folglich nicht in Singapur aufgehalten habe. Dabei habe ich festgestellt, dass ich jetzt vier Wochenenden hintereinander unterwegs war. Melaka und Tioman scheinen mir Ewigkeiten aus zu sein, aber das war alles im Oktober! Ich kann es kaum glauben! Aber andererseits, ich unternehme ja fast jeden Tag etwas, da kriegt man so einiges unter in einem Monat...
Heute zum Beispiel gehe ich nach der Arbeit auf Night Safari, einen Zoo, der auf den Besuch bei Dunkelheit optimiert ist. Sensationell!
Für unsere Personalabteilung liste ich jedes Monat auf, wieviele Tage ich an den Wochenenden gereist bin und mich folglich nicht in Singapur aufgehalten habe. Dabei habe ich festgestellt, dass ich jetzt vier Wochenenden hintereinander unterwegs war. Melaka und Tioman scheinen mir Ewigkeiten aus zu sein, aber das war alles im Oktober! Ich kann es kaum glauben! Aber andererseits, ich unternehme ja fast jeden Tag etwas, da kriegt man so einiges unter in einem Monat...
Heute zum Beispiel gehe ich nach der Arbeit auf Night Safari, einen Zoo, der auf den Besuch bei Dunkelheit optimiert ist. Sensationell!
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