Ein Drücken in meiner Magengegend zeigt an, dass es mir unerwartet schwer fällt, meine Zeit in Singapur hinter mir zu lassen. Klar hab ich mir auch außerhalb der Arbeit genug Zeit genommen, Singapur und die Umgebung zu erfahren. Ich weiß nicht, was ich noch alles untebringen hätte können, wie aus meinen bisherigen Posts schon rauszulesen ist. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, ich hätte was versäumt und noch mehr draus machen können. Fast scheint es mir, ich verkralle mich in Lebensintensität. Vielleicht erdrücke ich sie auch genau dadurch.
Der heutige Tag gehört dem Packen und organisieren für meine Reise nach Laos. Gestern habe ich in der Arbeit noch alles unter Dach und Fach gebracht. Am Abend ist fast die ganze Abteilung zu den Farewell-Drinks gekommen, was mich recht gefreut hat. Ich glaube, die haben mich echt liebgewonnen hier, das Gefühl habe ich jedenfalls, und umgekehrt geht es mir mit vielen auch so.
Ich fühle mich im Moment recht ausgepowert und kann mir gar noch nicht vorstellen, jetzt zwei aufregende und vielleicht auch anstrengende Wochen Backpacking richtig genießen kann. Wahrscheinlich müssen dazu erst mein Koffer verstaut und mein Rucksack gepackt sein, ich muss mich in Luang Prabang in ein Café oder in den Garten eines Guesthouses setzen und mit ein paar anderen Reisenden ins Gespräch kommen, dann stellt sich die Lust drauf sicher ein.
Samstag, 6. Dezember 2008
Sonntag, 30. November 2008
Steuern
Wer hat eigentlich dem Schweizer Staat erlaubt, Steuererklärungen zu verlangen, für die im Wesentlichen ein ganzes Wochenende draufgeht? (Bzw. das was nach Abzug von Ausgehen und Ausschlafen davon noch übrig ist.)
Donnerstag, 27. November 2008
Schöne Grüße aus dem Paulaner Bräuhaus
Sowas gibt es nämlich in Singapur. Mit verschiedenen Würsten, Brezeln und natürlich Paulaner Bier. Wer ist eigentlich der Typ im Logo vom Paulaner? Ist das Paul? St. Paul? Und wenn ja, warum? Der hat ja das Bierbrauen nicht erfunden. Und Bier brauenden Orden hat er auch keinen gegründet, so wie der Augustinus...
Im Unterschied zu München trinke ich auch hier mein Bier, nein, nicht mit Singapurern, sondern mit Vietnamesen und einer Mongolin. Die ist aber eigentlich Wodka gewohnt. Sie ist aus einer Kleinstadt mit 3.000 Einwohnern in der Wüste Gobi. Was, bzw. wen es hier in Singapur nicht alles gibt...
Im Unterschied zu München trinke ich auch hier mein Bier, nein, nicht mit Singapurern, sondern mit Vietnamesen und einer Mongolin. Die ist aber eigentlich Wodka gewohnt. Sie ist aus einer Kleinstadt mit 3.000 Einwohnern in der Wüste Gobi. Was, bzw. wen es hier in Singapur nicht alles gibt...
Montag, 24. November 2008
Leben auf und unter der Nangnuan
Also wenn ich schon in der Gegend bin, will ich doch das Leben am und im Meer auskosten. Und da sich das Meer in Sinagpur dazu nur beschränkt eignet, habe ich die Similan-Islands vor Khao Lak in Thailand für einen dreitägigen Tauchausflug auserkoren. Bzw. wie vieles in meinem Leben hat es sich bestens gefügt, bevor ich groß aktiv geworden bin, ich musste quasi nur noch abnicken.
Es gehört meines Erachtens übrigens zu den zentralen Aufgaben im Leben: Die Balance finden zwischen "aktiv sein Leben planen und gestalten" einerseits und "die Blumen pflücken, die man am Wegrand grad findet" andererseits. Das erste verbrät möglicherweise zu viel Energie, das zweite birgt die Gefahr, dass einen das Leben von sich selbst wegtreibt. Philosophische Klammer geschlossen.
Jedenfalls finde ich mich an Bord der Nangnuan wieder, die klein, einfach und familiär ist, dafür ein bischen mehr schaukelt als ihre großen Schwestern. Jedenfalls wechselt sich das Leben ober Wasser, das vorwiegend aus Schlafen und Essen besteht, mit jenem unter Wasser ab, das mich jedes Mal aufs Neue beeindruckt: Die Vielfalt an Landschaften und Fischen ist unbeschreiblich! Und dabei handelt es sich ja bei dem, was man als Anfänger sieht, nur um die augenfälligsten Bewohner.
Jedenfalls bin ich neugierig, den Fischen auch Namen zu geben, und zwar nicht Hansi und Fritzi, und auch nicht meine Eigenkreationen, sondern die richtigen, wie sie Adam, Linné & Co eben vorgesehen haben, und wie sie im Buche verzeichnet sind. Jenem Bestimmungsbuche, genauer gesagt, das unsere Guides mit an Board haben. Mein Liebling ist ja der Imperator-Kaiserfisch. Obwohl der Gelbklingen-Nasendoktorfisch ihn fast an Eleganz noch übertrifft. Oder toppt gar der Halfterfisch sie alle?
Wer mich kennt und schmunzelt, dass ich mich wieder mal sofort ans Bestimmen und Kategorisieren mache, dem sei verraten, dass ich eben doch die Gene eines Biologielehrers habe...
Es gehört meines Erachtens übrigens zu den zentralen Aufgaben im Leben: Die Balance finden zwischen "aktiv sein Leben planen und gestalten" einerseits und "die Blumen pflücken, die man am Wegrand grad findet" andererseits. Das erste verbrät möglicherweise zu viel Energie, das zweite birgt die Gefahr, dass einen das Leben von sich selbst wegtreibt. Philosophische Klammer geschlossen.
Jedenfalls finde ich mich an Bord der Nangnuan wieder, die klein, einfach und familiär ist, dafür ein bischen mehr schaukelt als ihre großen Schwestern. Jedenfalls wechselt sich das Leben ober Wasser, das vorwiegend aus Schlafen und Essen besteht, mit jenem unter Wasser ab, das mich jedes Mal aufs Neue beeindruckt: Die Vielfalt an Landschaften und Fischen ist unbeschreiblich! Und dabei handelt es sich ja bei dem, was man als Anfänger sieht, nur um die augenfälligsten Bewohner.
Jedenfalls bin ich neugierig, den Fischen auch Namen zu geben, und zwar nicht Hansi und Fritzi, und auch nicht meine Eigenkreationen, sondern die richtigen, wie sie Adam, Linné & Co eben vorgesehen haben, und wie sie im Buche verzeichnet sind. Jenem Bestimmungsbuche, genauer gesagt, das unsere Guides mit an Board haben. Mein Liebling ist ja der Imperator-Kaiserfisch. Obwohl der Gelbklingen-Nasendoktorfisch ihn fast an Eleganz noch übertrifft. Oder toppt gar der Halfterfisch sie alle?
Wer mich kennt und schmunzelt, dass ich mich wieder mal sofort ans Bestimmen und Kategorisieren mache, dem sei verraten, dass ich eben doch die Gene eines Biologielehrers habe...
Mittwoch, 19. November 2008
I love you!
Mein Schreibtischnachbar ist Österreicher. Eh klar.
Beim Mittagessen lerne ich heute seine Frau und seine dreijährige Tochter kennen. Der blonde süße Zwerg sitzt mir gegenüber, strahlt mich an, und der erste Satz bricht spontan aus ihm raus: "I love you!"
Dieser ausgeprägte Urinstinkt der uneingeschränkten Zuneigung mir gegenüber bildet sich mit den Jahren bei manchen Zeitgenossinnen etwas zurück. Das ist erstens völlig unverständlich und zweitens schade.
Beim Mittagessen lerne ich heute seine Frau und seine dreijährige Tochter kennen. Der blonde süße Zwerg sitzt mir gegenüber, strahlt mich an, und der erste Satz bricht spontan aus ihm raus: "I love you!"
Dieser ausgeprägte Urinstinkt der uneingeschränkten Zuneigung mir gegenüber bildet sich mit den Jahren bei manchen Zeitgenossinnen etwas zurück. Das ist erstens völlig unverständlich und zweitens schade.
Dienstag, 18. November 2008
o.k. lah, heast!
Inzwischen kann ich eine Handvoll chinesische Schriftzeichen. Besonders einfach: lah. Sieht in etwa aus wie ein gedrucketer 3er. Diese Silbe wird im Singlish (dem Englisch der chinesisch-stämmigen Singerpurer) zur emotionalen Unterstreichung an das eben Gesagte angehängt und gilt im Allgemeinen als unübersetztbar. Nur im Wienerischen gibt es eine exakte Entsprechung: Heast.
o.k. lah? That doesn't make sense lah.
o.k. lah? That doesn't make sense lah.
Sonntag, 16. November 2008
Zu Besuch im Stau
Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung: Ich besuche eine liebe Cousine, die mit ihrer Familie in Jakarta lebt.
Viele von den dortigen Sehenswürdigkeiten sind eigentlich mehr Sehenwürdichkeiten, also touristische Attraktionen, die ich wohl sehen würde, wenn ich nicht im Verkehrsstau steckte. Stattdessen sehe ich mein erstes live Rugby Match. Und die Ausstellungseröffnung zweier austrochinesischer (sinoösterreichischer?) Künstler. Mit balinesischen Tänzerinnen. Und wieder mal mit einem österreichischen Botschafter, dem man die Hand schütteln darf. Und einer Galeristin, deren Kleid soweit rauf geschlitzt ist, dass es eindeutig vom brandneuen Kleidungszüchtigkkeitsgesetz betroffen ist. Ähnlich wenig Genierer hat ihre hübsche Mitarbeiterin, die mich nach ein paar Sätzen bereits nach Familienstand, Visitenkarte und Telefonnummer fragt. Aber den Abend widmen meine Gastgeber und ich einer super-gemütlichen Partie "Siedler von Catan".
Die Heimreise gestaltet sich schwierig. 10 Min. vor Abflugzeit steht noch immer kein Flieger am Gate. Dafür werden jetzt die Business-Class Passagiere zum Schalter gebeten. Ich schmuggle mich dazu, lausche und erfahre, dass der Flieger noch mit technischen Problemen in Singapur steht und der Flug Jakarta-Sinagpur-Frankfurt gecancelt ist. Ich habe Glück und bin auf der Lister der umgebuchten Passagiere und bin nach 4 Stunden Wartezeit schon um 2 Uhr früh zuhause...
Viele von den dortigen Sehenswürdigkeiten sind eigentlich mehr Sehenwürdichkeiten, also touristische Attraktionen, die ich wohl sehen würde, wenn ich nicht im Verkehrsstau steckte. Stattdessen sehe ich mein erstes live Rugby Match. Und die Ausstellungseröffnung zweier austrochinesischer (sinoösterreichischer?) Künstler. Mit balinesischen Tänzerinnen. Und wieder mal mit einem österreichischen Botschafter, dem man die Hand schütteln darf. Und einer Galeristin, deren Kleid soweit rauf geschlitzt ist, dass es eindeutig vom brandneuen Kleidungszüchtigkkeitsgesetz betroffen ist. Ähnlich wenig Genierer hat ihre hübsche Mitarbeiterin, die mich nach ein paar Sätzen bereits nach Familienstand, Visitenkarte und Telefonnummer fragt. Aber den Abend widmen meine Gastgeber und ich einer super-gemütlichen Partie "Siedler von Catan".
Die Heimreise gestaltet sich schwierig. 10 Min. vor Abflugzeit steht noch immer kein Flieger am Gate. Dafür werden jetzt die Business-Class Passagiere zum Schalter gebeten. Ich schmuggle mich dazu, lausche und erfahre, dass der Flieger noch mit technischen Problemen in Singapur steht und der Flug Jakarta-Sinagpur-Frankfurt gecancelt ist. Ich habe Glück und bin auf der Lister der umgebuchten Passagiere und bin nach 4 Stunden Wartezeit schon um 2 Uhr früh zuhause...
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