Der aufmerksamen Leserschaft ist sicher nicht entgangen, das Tad das Lao Wort für Wasserfall ist. Im Morgenlicht sehe ich erst, wie nett die Umgebung hier am Fluss ist, auch wenn die Wasserfälle jetzt nicht allzu beeindrucken.
Ich schwinge mich wieder auf mein Mofa und düse weiter. Der Kaffeeanbau wird hier von Bananen-, Mango- und Gummibaumplantagen abgelöst. Wobei man Plantage jetzt nicht als preussisch-strenge Monokoltur verstehen darf, sondern als so eine Art erweiterten Obstgarten.
Im Weberdorf Houay Houn der Katu halte ich und begutachte die bunten selbstgewebten Baumwollstoffe. Zu der Dame die dort webt, gesellen sich schnell ein paar weitere, die mir jeweils ihre eigenen Werke verkaufen wollen. Ich lasse mich nicht beirren, begutachte das gesamte Angebot, das ums Haus aushängt und suche zwei Tücher, die mir gefallen. Zu ihrem Preisvorschlag mache ich ein Gegenangebot von 50% und ahne nicht, dass ich mich eben auf die zähesten Verhandlungen meines Lebens eingelassen habe. Nach einer Viertelstunde habe ich ganze 10% herunterverhandelt und ziehe (als Teil des Deals) mit ein paar Fotos von dannen.
Nächster Halt beim Tad Pha Souam, mit touristisch gut erschlossenem Aussichtspunkt, Restaurant und jeder Menge thailändischer Touristen. Wieder mal werde ich zum „Foto mit Falang“ gebeten: Wildfremde Menschen wollen ein Foto mit mir, als wäre ich der total Promi. Vielleicht bin ich das ja hier, und weiß nichts davon?
Im Dorf an der einzigen größeren Kreuzung in der Gegend halte ich zum Mittagessen. Ganz leicht fällt mir die Unterscheidung zwischen Privathaus und kleiner Bewirtungsstätte nicht. Ein paar Familien sind ein bisschen erstaunt, als ich zu essen bestellen will und schicken mich schließlich zum Nachbarn, der tatsächlich Suppe an einige vorbeifahrende Fernfahrer ausschenkt. Und an mich.
Am Busbahnhof in Pakxe ist mein letzter vernünftiger Bus heute schon abgefahren. Aber es gibt hier immer eine Lösung, die besteht in dem Fall in einem Songtheo (ein offenes Sammeltaxi, eine Art LKW mit Sitzbänken), auf das ich in letzter Sekunde noch aufspringe, mit folgender Packliste:
* 20 Fahrgäste
* darunter 2 Burschen mit Gitarre und Rauchwerk
* 1 Dutzend Zementsäcke
* mehrere Plastikfässer mit Reisschnaps
* 10 große Kanister Benzin
* 1 Huhn, Lebendigkeitsgrad 80% bei Reiseantritt
* die üblichen Einkäufe für die Woche vom Markt am Stadtrand: Gemüse, Frischfleisch, Garnelen,...
* jede Menge Proviant: Von Satay-Spießchen mit Klebreis im Bambuskörbchen bis zu weißen Rüben, die etwas mühsam zu schälen sind, dann aber ganz erfrischend nach Kohlrabi schmecken
Die Überfahrt auf die Mekong-Insel Don Deng erhalte ich zum Diskont-Preis, dafür ist auch der Service mager, ich muss noch mit vollem Gepäck durch die halbe Insel marschieren. Das ist heiß und etwas anstrengend, auch wenn (oder gerade weil) 200 Kinder entgegen kommen und grüßen, deren Schule grade endet. Ich krieg dafür ein bisschen etwas vom Dorfleben mit, das sich von jenem in anderen Dörfern in Laos wohl auch nicht wesentlich unterscheidet.
Zielpunkt des heutigen Tages ist ein sehr schönes Hotel, eigentlich viel zu gehoben für den Stil der übrigen Reise. Aber sehr verlockend mit einem kleinen Swimming-Pool, fein serviertem Essen, dem zufällig anwesenden General Manager, von dem ich interessante Hintergründe über den Tourismus in Laos erfahre, und gratis Internet, wo ich meine diesjährige (ausnahmsweise elektronische) Weihnachtspost entwerfe.
Dienstag, 16. Dezember 2008
Montag, 15. Dezember 2008
Begegnung mit dem Land des Kaffees
Selbst für mich als Nachtzuggeeichten Reisenden hält sich die Schlafqualität im Liegebus in Grenzen. Der Frühstückskaffee in Pakse rüttelt meine Lebensgeister trotzdem wach. Danach fixiere ich meine restliche Reiseroute durch den Kauf einen Tickets nach Phnom Penh für Freitag und leih mir ein 100 cm² Mofa um damit durch das Bolaven-Plateau zu fahren.
Die Frage, wie weit ich denn mit einer Tankfüllung komme, stellt in etwa die Grenze dessen dar, was sich noch ohne gemeinsame Sprache jenseits von Gesten ausdeutschen lässt. 120 steht bei der Abfahrt am Morgen auf dem Zettel. Und als ich am Abend bei 110 km auf Reserve fahre, stelle ich mit Genugtuung fest, mich verständlich gemacht zu haben.
In jener Gegend siedeln verschiedene Ethnien, und ich gewinne den Eindruck, jede baut ihre Siedlungen etwas anders: Als Straßendorf oder um einen zentralen Platz, mit Läden zur Hauptstraße hin geöffnet oder abgezäunt, mit Häusern aus Bambusgeflecht oder etwas massiver aus Holz bis hin zum gedrechselten Balkon, zu ebener Erde oder, zumeist, auf Stelzen.
Wesentliche Einnahmequelle hier ist Kaffee, der von den Plantagen gepflückt getrocknet, handverlesen, geschält, gewaschen und wieder zum Trocknen aufgelegt wird. Genau kann mir den Produktionsprozess leider aufgrund der Sprachbarriere niemand erklären. Ich bleibe aber bei jedem Betrieb, der mir geschäftig erscheint neugierig stehen und werde freundlich aufgenommen. Meistens erlaubt man mir auch ein Foto, nur einmal lehnen die Burschen ab. Die Thai-Touristen, die hier auch viel unterwegs sind, können zwar mit den Leuten reden, da sich Lao und Thai recht ähneln, sind aber beim Fotografieren viel skrupelloser.
Die Gegend ist voller Wasserfälle, die von diesem Tafelland hinunterstürzen: Ich halte beim Tad Etu, beim Blick auf den Tad Fan (ist sicher beeindruckend aber weit weg) und beim Tham Champee. Dort lerne ich zwei Österreicher kennen. Er findet, irgendwas ist am Geldsystem faul, er weiß nur noch nicht was. Sie will nach Indien sich den Pfad der Ayurveda erkochen. Sind ja sehr nett und feiern hier mit einer Gruppe Thai, die uns auch mit Bier versorgen. Aber halt nicht ganz meine Reisewelt...
Ich muss aber sowieso weiter, es ist schon mitten am Nachmittag, ich habe noch 80 km vor mir und es wird hier früh finster. Und vor allem ist es bereits um 16:00 so kalt, dass ich zu frösteln beginne. Zu allem Überfluss führen die letzten 20 km Tageslicht über eine sehr staubige und schlaglochübersäte Straße. Ich will nur noch an mein Etappenziel! Endlich erreiche ich ein Guesthouse am Tad Lo, eine ausgiebige heiße Dusche bewahrt mich vor einer Verkühlung, eine Nudelsuppe am Fluss päppelt meine Nerven wieder auf.
Die Frage, wie weit ich denn mit einer Tankfüllung komme, stellt in etwa die Grenze dessen dar, was sich noch ohne gemeinsame Sprache jenseits von Gesten ausdeutschen lässt. 120 steht bei der Abfahrt am Morgen auf dem Zettel. Und als ich am Abend bei 110 km auf Reserve fahre, stelle ich mit Genugtuung fest, mich verständlich gemacht zu haben.
In jener Gegend siedeln verschiedene Ethnien, und ich gewinne den Eindruck, jede baut ihre Siedlungen etwas anders: Als Straßendorf oder um einen zentralen Platz, mit Läden zur Hauptstraße hin geöffnet oder abgezäunt, mit Häusern aus Bambusgeflecht oder etwas massiver aus Holz bis hin zum gedrechselten Balkon, zu ebener Erde oder, zumeist, auf Stelzen.
Wesentliche Einnahmequelle hier ist Kaffee, der von den Plantagen gepflückt getrocknet, handverlesen, geschält, gewaschen und wieder zum Trocknen aufgelegt wird. Genau kann mir den Produktionsprozess leider aufgrund der Sprachbarriere niemand erklären. Ich bleibe aber bei jedem Betrieb, der mir geschäftig erscheint neugierig stehen und werde freundlich aufgenommen. Meistens erlaubt man mir auch ein Foto, nur einmal lehnen die Burschen ab. Die Thai-Touristen, die hier auch viel unterwegs sind, können zwar mit den Leuten reden, da sich Lao und Thai recht ähneln, sind aber beim Fotografieren viel skrupelloser.
Die Gegend ist voller Wasserfälle, die von diesem Tafelland hinunterstürzen: Ich halte beim Tad Etu, beim Blick auf den Tad Fan (ist sicher beeindruckend aber weit weg) und beim Tham Champee. Dort lerne ich zwei Österreicher kennen. Er findet, irgendwas ist am Geldsystem faul, er weiß nur noch nicht was. Sie will nach Indien sich den Pfad der Ayurveda erkochen. Sind ja sehr nett und feiern hier mit einer Gruppe Thai, die uns auch mit Bier versorgen. Aber halt nicht ganz meine Reisewelt...
Ich muss aber sowieso weiter, es ist schon mitten am Nachmittag, ich habe noch 80 km vor mir und es wird hier früh finster. Und vor allem ist es bereits um 16:00 so kalt, dass ich zu frösteln beginne. Zu allem Überfluss führen die letzten 20 km Tageslicht über eine sehr staubige und schlaglochübersäte Straße. Ich will nur noch an mein Etappenziel! Endlich erreiche ich ein Guesthouse am Tad Lo, eine ausgiebige heiße Dusche bewahrt mich vor einer Verkühlung, eine Nudelsuppe am Fluss päppelt meine Nerven wieder auf.
Sonntag, 14. Dezember 2008
Lussekatt in Vientiane
Die nettesten beiden Bekanntschaften in Laos treffe ich heute zufällig wieder in der Scandinavian Bakery. Und weil es sich dabei erstens um ein Schweden handelt und gestern zweitens St. Lucia im Kalender stand, verbinden wir diese drei Tatsachen (Welche drei genau? Schärfe Deinen Verstand und zähle nach!) und schnabulieren leckere Lussekatter, wie das Germgebäck heißt, das in Schweden um diese Zeit vernascht wird. Nur dass es eben bei uns untertags hell wird und dreißig Grad plus statt minus hat.
Ich hab mir das ja auch redlich verdient: Seit den frühen Morgenstunden gebe ich mich schon der Kultur hin: Im Ho Phra Keo (einem kleinen aber feinen Museum für buddhistische Kunst) nehme ich mir viel Zeit. Die Sache mit der Kultur zieht sich weiter durch den Tag, aber nach dem Frühstück gemeinsam mit den Schweden.
Wir fahren zum Buddha-Park Xieng Khouan, in dem 1958 ein Künstler mit riesigen Betonskulpturen versucht hat, die asiatischen Religionen zu einer gemeinsamen Weltanschauung zu verschmelzen. Schade, dass ich nicht alle Mythen verstehe, auf die sich die Figuren beziehen. Schräg vor allem der dreistöckige begehbare Riesenkürbis...
Wir lassen uns am That Luang absetzen, jenem leuchtend goldenen Stupa im Osten der Stadt. Im Gegensatz zu den Tempeln, in denen sich Atmosphäre und Kunst auch, manchmal sogar vorwiegend, im Inneren entfalten, beeindruckt dieses buddhistische Monument von der Ferne. Hat man es erreicht oder gar erklommen, geht die Ästhetik der Form in allzu viel Goldfarbe unter. (Ist das nicht mit manchen Frauen ebenso, dass die Faszination der Schönheit verschütt geht, wenn man sich über Gebühr annähert?).
Ich hab mir das ja auch redlich verdient: Seit den frühen Morgenstunden gebe ich mich schon der Kultur hin: Im Ho Phra Keo (einem kleinen aber feinen Museum für buddhistische Kunst) nehme ich mir viel Zeit. Die Sache mit der Kultur zieht sich weiter durch den Tag, aber nach dem Frühstück gemeinsam mit den Schweden.
Wir fahren zum Buddha-Park Xieng Khouan, in dem 1958 ein Künstler mit riesigen Betonskulpturen versucht hat, die asiatischen Religionen zu einer gemeinsamen Weltanschauung zu verschmelzen. Schade, dass ich nicht alle Mythen verstehe, auf die sich die Figuren beziehen. Schräg vor allem der dreistöckige begehbare Riesenkürbis...
Wir lassen uns am That Luang absetzen, jenem leuchtend goldenen Stupa im Osten der Stadt. Im Gegensatz zu den Tempeln, in denen sich Atmosphäre und Kunst auch, manchmal sogar vorwiegend, im Inneren entfalten, beeindruckt dieses buddhistische Monument von der Ferne. Hat man es erreicht oder gar erklommen, geht die Ästhetik der Form in allzu viel Goldfarbe unter. (Ist das nicht mit manchen Frauen ebenso, dass die Faszination der Schönheit verschütt geht, wenn man sich über Gebühr annähert?).
Samstag, 13. Dezember 2008
Hauptstadt sein heißt anders sein
Zu Mittag erreiche ich Vientiane, Laos' 400.000 Seelen-Hauptstadt, und finde mich in einer anderen Welt. Hier gibt es klar markierte Fahrtreifen, Fußgängerampeln, eine Warnung vor Taschendieben, Postkästen, auch wenn die nicht so aussehen, als würden sie jemals geleert, eine urbane Mittelschicht, die den Samstag in einem Shoppingcenter verbringt (der Begriff leitet irr, beim Talat Sao, dem "Morgenmarkt" handelt sich mehr um einen versesshafteten mehrstöckigen Markt), offenbar auch eine (Partei-(?)) Oberschicht, den teilweise durchaus verleichsweise protzigen Autos nach zu schließen.
Die wichtigen Sehenswürdigkeiten schließen um 16:00 Uhr. Ein bisschen bürokratisch geht es definitiv zu in dieser Volksrepublik. Ich besuche stattdessen den Vat Simuang, einen vielbesuchten Tempel, in dem die werdenden Mütter um eine leichte Geburt bitten beziehungsweise nach selbiger dafür danken. Mich berührt die Hingabe, mit der die Menschen hier mit Buddha in Beziehung treten.
Sie opfern Kerzen, Räucherstäbchen, Früchte und kegelförmige Gebinde aus Taghetes und Bananenblättern. Ein Mönch segnet laufend Familien in einem Ritual, bei dem er Kerzen verbrennt, unausgesetzt singt, die Familie mit "Weihwasser" besprengt und den Menschen ein Stück weiße heilige Schnur ums Handgelenkt bindet. Nach erfolgter Segnung wird in bar bezahlt.
Zurück in der Stadt buche ich den Nachtbus (mit Liegen!) für morgen abend nach Pakse und lasse mit dieser Entscheidung einige Schönheiten in Zentrallaos buchstäblich links liegen und gewinne dadurch das beruhigende Gefühl, eine Art Plan für die nächsten Tage zu haben. Das Abendessen wird an einem der unzähligen Essensstände am Mekong gegrillt.
Die wichtigen Sehenswürdigkeiten schließen um 16:00 Uhr. Ein bisschen bürokratisch geht es definitiv zu in dieser Volksrepublik. Ich besuche stattdessen den Vat Simuang, einen vielbesuchten Tempel, in dem die werdenden Mütter um eine leichte Geburt bitten beziehungsweise nach selbiger dafür danken. Mich berührt die Hingabe, mit der die Menschen hier mit Buddha in Beziehung treten.
Sie opfern Kerzen, Räucherstäbchen, Früchte und kegelförmige Gebinde aus Taghetes und Bananenblättern. Ein Mönch segnet laufend Familien in einem Ritual, bei dem er Kerzen verbrennt, unausgesetzt singt, die Familie mit "Weihwasser" besprengt und den Menschen ein Stück weiße heilige Schnur ums Handgelenkt bindet. Nach erfolgter Segnung wird in bar bezahlt.
Zurück in der Stadt buche ich den Nachtbus (mit Liegen!) für morgen abend nach Pakse und lasse mit dieser Entscheidung einige Schönheiten in Zentrallaos buchstäblich links liegen und gewinne dadurch das beruhigende Gefühl, eine Art Plan für die nächsten Tage zu haben. Das Abendessen wird an einem der unzähligen Essensstände am Mekong gegrillt.
Freitag, 12. Dezember 2008
Radtour statt Selbstmitleid
Die Party gestern wirkt in meinem Kopf noch nach. Und da spreche ich jetzt nicht von Gedanken an schöne Frauen gestern Abend. Aber ich kann ja nicht in Selbstmitleid mit Alka Selzer in meinem Zimmer versinken. Außerdem habe ich das Mountainbike schon gemietet, das toller ausschaut als es funktioniert. Also mache ich mich auf, über die rüttelnde, staubige Straße jenseits der Brücke in eine wunderschöne Karstlandschaft.
Bei der Goldkrabbenhöhle (Tham Pou Kham) mache ich Halt. Ich heuere ein paar Jungen als Guides an, die mir hinter der riesigen Eingangshalle auch noch die Tropfsteinformationen im Schlund des kälkernen Ungetüms nahe bringen. Sie finden für mich sogar ein Exemplar des Namen gebenden Krebses!
Die weitere Tour führt mich durch ein paar Hmong-Dörfer. Kontakt gestaltet sich schwierig, schade. Wenn ich wenigstens ein paar Brocken Lao oder Thai (dem Lao sehr ähnlich) spräche, würde ich hier schon verstanden! Vielleicht sollte ich mir selbige aneignen, wenn ich wieder mal in die Gegend komme.
Der Dry Bag um meine Schultern hängt sich über die Stunden etwas an. Mit umso mehr Genuss lasse ich mir am Abend die Verspannungen wegmassieren. In einem ganz anderen Sinn hat mein schwuler Masseur es umgekehrt übrigens auch sichtlich genossen, mich zu massieren...
Bei der Goldkrabbenhöhle (Tham Pou Kham) mache ich Halt. Ich heuere ein paar Jungen als Guides an, die mir hinter der riesigen Eingangshalle auch noch die Tropfsteinformationen im Schlund des kälkernen Ungetüms nahe bringen. Sie finden für mich sogar ein Exemplar des Namen gebenden Krebses!
Die weitere Tour führt mich durch ein paar Hmong-Dörfer. Kontakt gestaltet sich schwierig, schade. Wenn ich wenigstens ein paar Brocken Lao oder Thai (dem Lao sehr ähnlich) spräche, würde ich hier schon verstanden! Vielleicht sollte ich mir selbige aneignen, wenn ich wieder mal in die Gegend komme.
Der Dry Bag um meine Schultern hängt sich über die Stunden etwas an. Mit umso mehr Genuss lasse ich mir am Abend die Verspannungen wegmassieren. In einem ganz anderen Sinn hat mein schwuler Masseur es umgekehrt übrigens auch sichtlich genossen, mich zu massieren...
Donnerstag, 11. Dezember 2008
Der Karst
Erinnert Ihr Euch noch an die Behandlung des Karst im Geografie-Unterricht? Habt Ihr auch alle noch die neun Karstformen im Kopf? Wenn nicht, vielleicht etwas Einfacheres: Die sieben Teile des Eis? Ja, des Eis, nicht des Eises, das hat nämlich keine sieben Teile.
Wesentlich besser in Erinnerung bleibt da schon, was ich heute mache: Auf einem LKW-Schlauch ca. 1 km auf einem unterirdischen Fluss in eine Höhle paddeln, wo die Kalkformationen wie Vorhänge runterhängen. Habt Ihr gewusst, wie man da am schnellsten vorwärts kommt? Rückwärts wie in einem Ruderboot. Ist fast wie im richtigen Leben: Am Rückzug sind wir immer am schnellsten.
Am Nachmittag ist das Fortbewegungsmittel der Wahl ein Kajak. Mit einem "Tankstopp" in einer Bar mit richtig lauter bum-bum Musik. Und mit einem Schwingseil an dem wir uns waghalsig in die Tiefe stürzen, um schließlich per Bauchfleck (oder auch etwas eleganter) im Fluss zu landen. Dann nochmal Kajak. Langsam dämmert der Muskelkater herauf. Ob da eine kräftige Lao-Massage hilft?
Wesentlich besser in Erinnerung bleibt da schon, was ich heute mache: Auf einem LKW-Schlauch ca. 1 km auf einem unterirdischen Fluss in eine Höhle paddeln, wo die Kalkformationen wie Vorhänge runterhängen. Habt Ihr gewusst, wie man da am schnellsten vorwärts kommt? Rückwärts wie in einem Ruderboot. Ist fast wie im richtigen Leben: Am Rückzug sind wir immer am schnellsten.
Am Nachmittag ist das Fortbewegungsmittel der Wahl ein Kajak. Mit einem "Tankstopp" in einer Bar mit richtig lauter bum-bum Musik. Und mit einem Schwingseil an dem wir uns waghalsig in die Tiefe stürzen, um schließlich per Bauchfleck (oder auch etwas eleganter) im Fluss zu landen. Dann nochmal Kajak. Langsam dämmert der Muskelkater herauf. Ob da eine kräftige Lao-Massage hilft?
Mittwoch, 10. Dezember 2008
Ins Land einifahrn
Sieben Stunden dauert die Weitefahrt zum nächsten Halt. Wär ja gar nicht soweit, aber die Fahrt führt über kurvige Bergstrassen durch atemberaubendes Panorama! Endlich wieder mal Berge, die diesen Namen verdienen! Außerdem fahren wir mitten durch das Dorfleben und sehen Leute, die den ganzen Tag etwas verkaufen, Palmblätter zu "Dachziegeln" nähen, oder einfach (im westlichen Sinne) unproduktiv die Szene beobachten oder unter der Dorfdusche stehen (Männer in der Unterhose, Frauen im Wickeltuch). Ab und zu weist ein Schild von UNICEF oder World Vision an einem Brunnen darauf hin, dass sauberes Trinkwasser, Schulen und viele andere Errungenschaften keine Selbstverständlichkeiten sind in einem Land, das zu den 20 Ärmsten der Welt zählt.
Ich beobachte jede Menge Kinder, per Tragetuch umgeschnallt oder von ihren Geschwistern getragen, herumtollend, von der Schule heimradelnd, Ratten verkaufend (praktisch am Schwanz zusammengebunden, halb lebendig, aber sonst grillfertig), staubschmutzig oder sauber, meistens fröhlich, manchmal weinend. Und alle dermaßen süß, dass die Kinder allein schon fast Grund genug wären, mit einer Asiatin eine Familie zu gründen...
Vang Vieng, wo ich jetzt angekommen bin, liegt inmittel von imposanten Kalk-Kegeln. Richtig Felsen gibt es hier! Wunderschöne Landschaft, die die nächsten Tage auf dem Programm steht. Außerdem ist der Ort hier DER Partytreff der Backpacker in Laos. Und ich hab noch immer keine Lust drauf...
Ich beobachte jede Menge Kinder, per Tragetuch umgeschnallt oder von ihren Geschwistern getragen, herumtollend, von der Schule heimradelnd, Ratten verkaufend (praktisch am Schwanz zusammengebunden, halb lebendig, aber sonst grillfertig), staubschmutzig oder sauber, meistens fröhlich, manchmal weinend. Und alle dermaßen süß, dass die Kinder allein schon fast Grund genug wären, mit einer Asiatin eine Familie zu gründen...
Vang Vieng, wo ich jetzt angekommen bin, liegt inmittel von imposanten Kalk-Kegeln. Richtig Felsen gibt es hier! Wunderschöne Landschaft, die die nächsten Tage auf dem Programm steht. Außerdem ist der Ort hier DER Partytreff der Backpacker in Laos. Und ich hab noch immer keine Lust drauf...
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